Die Pyramiden als dunkle Silhouetten vor einem warmen Abendhimmel.

Reisen

Ägypten

Zwischen Pyramidenfeld und Rotem Meer

21 Tage

Ägypten ist ein Land, das sich am Fluss entlang aufreiht. Vom Delta bis zur Grenze nach Nubien liegt fast alles bewohnbare Land in einem schmalen grünen Band, links und rechts davon die Wüste. Einundzwanzig Tage lang ging die Fahrt im Jahr 2025 von Kairo nach Süden, über die Pyramidenfelder von Gizeh, Sakkara, Dahschur und Meidum, durch die Senke des Faiyum, weiter am Nil entlang bis Luxor, Assuan und Abu Simbel, dann quer durch die Wüste an die Küste des Roten Meeres und von dort über Sues zurück in den Norden. Die Bilder dieser Reise handeln fast alle von Stein. Von Stufen, die in mehreren Bauphasen entstanden sind, von Böschungen, die mitten im Bau korrigiert wurden, und von Wänden, auf denen Zeichen in langen Reihen beieinander stehen. Die Arbeiten der Reise sind daraus entstanden.

Kairo, am Anfang des Nils

Kairo liegt dort, wo sich der Nil in das Delta auffächert. In der weiteren Stadt leben mehr als zweiundzwanzig Millionen Menschen, es ist die größte Ansiedlung Afrikas. Am ersten Vormittag stand ich auf einem Dach im Süden: Antennen, Wassertanks, halbfertige Mauern, dazwischen die Türme und Minarette, alles in einem Dunst, der den Himmel flach macht.

Unten arbeitet die Stadt in ihren Nischen. In einer Garage stehen Werkbänke, auf einem Handwagen liegen Zitronen in Netzen, ein Reiter hält vor einem Imbiss, der bis in die Nacht offen bleibt. Wo die Häuser aufhören, beginnt sofort der Sand.

Blick über die Dächer von Kairo mit Antennen, Türmen und Minaretten im Dunst.
Dächer, Antennen und Minarette im Dunst, vom Hochhaus im Süden der Stadt.

Gizeh: das Feld der Pyramiden

Zwölf Kilometer südwestlich des Zentrums steht die bekannteste Gruppe von Bauten der Welt. Die Große Pyramide des Cheops war ursprünglich etwa 146 Meter hoch, von ihrer Verkleidung aus feinerem Tura-Kalkstein hat nur der obere Mantel der Chephren-Pyramide einen Rest behalten. Vor den beiden liegt der Sphinx, aus dem gewachsenen Fels gearbeitet, im langen Licht des Nachmittags.

Was ich nicht erwartet hatte: Diese Bauten stehen nicht in einer leeren Wüste. Sie stehen am Rand einer Stadt, die bis an ihren Fuß reicht.

Die Pyramide des Mykerinos mit ihren Königinnenpyramiden, dahinter die Wüste.
Die Pyramide des Mykerinos mit ihren Königinnenpyramiden.
Der Sphinx von Gizah vor einer großen Pyramide, davor Sandsteinblöcke und Reste einer Mauer.

Sphinx vor der Pyramide

Der Sphinx liegt vor der Pyramide, beide aus demselben Kalkstein.

Fine-Art-Print · 60 × 40 bis 120 × 80 cm

ab 79,00 €

Das neue Museum am Wüstenrand

Zwei Kilometer von den Pyramiden entfernt steht seit dem 1. November 2025 das Grand Egyptian Museum, das größte Museum der Welt für eine einzige Zivilisation, mit mehr als hunderttausend Artefakten. Es liegt auf einer Terrasse am Rand der Wüste, die Fassade ist in große Dreiecke aufgelöst, und durch das Atrium fällt der Blick auf die Pyramiden.

In der Halle steht eine Kolossalstatue aus hellem Stein, gemessen an ihr ist ein Mensch kaum höher als ihr Sockel. In einer Vitrine hängt die bemalte Mumienmaske des Senu, mit Augen, die einen ansehen.

Das große Museumsgebäude mit dreieckigen Fassadenflächen am Rand der Wüste.
Das Museumsgebäude auf seiner Terrasse am Rand der Wüste.
Bemalte Mumienmaske des Senu mit rot-weißer Stirnzier, Federstreifen, falschem Bart und ausgebrochener Brust.

Mumienmaske des Senu

Die Maske des Senu steht bemalt auf einem Ständer im dunklen Museumsraum.

Fine-Art-Print · 60 × 40 bis 120 × 80 cm

ab 79,00 €

Sakkara: der älteste Bau aus Stein

Rund dreißig Kilometer südlich der Stadt liegt Sakkara, der Begräbnisplatz des alten Memphis. Hier steht die Stufenpyramide des Djoser, der erste Pyramidenbau überhaupt und der älteste große Bau aus behauenem Stein: sechs Stufen, ursprünglich rund sechzig Meter hoch und mit poliertem weißem Kalkstein verkleidet, umgeben von einem Bezirk mit Wänden und Höfen.

Im Grab des Ti sind Rinderherden, Fangnetze und Bootsbauer in flachem Relief eingemeißelt. In der Pyramide des Unas tragen die Wände der Grabkammer lange Kolonnen aus Schriftzeichen, die ältesten religiösen Texte, die aus Ägypten überliefert sind. Ein Stück weiter nördlich, in Abusir, liegen die Basen des Säulenwegs von Sahure im Sand.

Die Nischenmauer der Anlage des Djoser, davor der Weg zum Eingang.
Die Nischenmauer der Anlage des Djoser, davor der Weg zum Eingang.

Dahschur und Meidum: die Versuche des Snofru

Snofru hat mehr Pyramiden gebaut als jeder andere König, und keine gleicht der anderen. In Dahschur steht die Knickpyramide, deren Böschung mitten im Bau flacher gesetzt wurde, sodass die Kanten einen sichtbaren Versatz haben; daneben errichtete er die Rote Pyramide, den ersten ganz regelmäßigen Bau dieser Form. In Meidum liegt die ältere Anlage, deren Verkleidung abgestürzt ist, sodass nur der Stufenkern mit einem Schuttkegel geblieben ist.

Zusammen mit Gizeh und Abusir gehören diese Felder seit 1979 zum Weltkulturerbe Memphis und seine Nekropole.

Der absteigende Gang in der Roten Pyramide, am Ende das Tageslicht.
Der absteigende Gang in der Roten Pyramide, am Ende das Licht.

Der Faiyum: See, Salz und Lehmziegel

Westlich von Kairo senkt sich das Land in die Faiyum-Senke, bis auf dreiundvierzig Meter unter den Meeresspiegel. Der Qarunsee füllt ihren nördlichen Teil, gespeist wird er vom Bahr Yussef, der bei Lahun Nilwasser in die Senke leitet. Am Ufer stehen Reiher, die Dünen schieben sich an den flachen Strand, das Wasser schmeckt salzig.

An der Westseite liegen die Reste von Soknopaiu Nesos: Mauern aus Lehmziegeln, zwischen denen ein schmaler Durchgang durch das Ruinenfeld führt. Auch der Stufenbau des Sesostris II. bei El-Lahun gehört hierher, von seiner Verkleidung ist nur der abgetragene Kern geblieben.

Durchgang zwischen zwei Nischenwänden aus Lehmziegeln in Soknopaiu Nesos im Fayum, dahinter zwei Türme.

Durchgang zwischen Lehmmauern

Zwischen zwei Nischenwänden aus Lehmziegeln führt ein Durchgang in die Wüste.

Fine-Art-Print · 60 × 40 bis 120 × 80 cm

ab 79,00 €

Theben: Luxor und das Westufer

Luxor liegt rund 670 Kilometer südlich von Kairo, an der Stelle des alten Theben. Am Ostufer stehen der Tempel von Luxor und die Anlage von Karnak, verbunden durch eine Achse aus Widder-Sphinxen; Ramses II. hat dem Tempel den Hof, die Pylonen und einen der Obelisken aus Assuaner Granit hinzugefügt. Am Westufer, hinter dem grünen Streifen der Felder, öffnen sich die Täler der Könige und der Königinnen.

Unter dem Kalkfelsen von Deir el-Bahri liegen die Terrassen des Hatschepsut-Tempels. Am Morgen hängen die Ballons über dem Westufer, am Abend legen die Feluken mit dunklen Masten am Ufer an.

Terrassen und Säulenreihen des Tempels vor einer steilen Felswand.
Terrassen und Säulenreihen des Hatschepsut-Tempels vor der Felswand.
Ein zweistöckiges Fahrgastboot mit Fensterreihen und Markise in der Dämmerung auf dem Nil bei Luxor.

Fahrgastboot in der Dämmerung

Ein zweistöckiges Boot mit Fensterreihen zieht in der Dämmerung über das Wasser.

Fine-Art-Print · 60 × 40 bis 120 × 80 cm

ab 79,00 €

Abu Simbel, Assuan und Abydos

Ganz im Süden steht der Felsentempel von Abu Simbel mit seinen vier sitzenden Kolossalfiguren, jede rund zwanzig Meter hoch. Weiter nördlich liegt Assuan am Ersten Katarakt, mit den Granitbrüchen, aus denen Obelisken und Kolossalstatuen geschnitten wurden, und mit der Insel Elephantine im Fluss.

Die Isis-Tempel von Philae wurden in rund vierzigtausend Blöcke zerschnitten und auf die Nachbarinsel Agilkia versetzt, weil der Stausee die alte Insel überflutet hat. Nördlich davon liegt Abydos mit dem Totentempel des Sethos I., dessen Wände in langen Reihen beschriftet sind. Hier wurde Osiris verehrt, und einmal im Jahr spielte die Stadt seinen Tod und seine Rückkehr als Fest.

Vier sitzende Kolossalfiguren am Felsentempel, Menschen davor wirken winzig.
Vier sitzende Kolossalfiguren am Felsentempel von Abu Simbel.
Eine Sandsteinwand mit dicht gesetzten Hieroglyphen in Reihen.
Reihen von Hieroglyphen in einer Sandsteinwand in Abydos.

Bis an das Rote Meer

Von Qena aus läuft die Straße quer durch Oberägypten an die Küste, vorbei an Feldern, auf denen das Stroh in Garben gestellt wird. Im Norden endet das Meer im Golf von Sues zwischen Hafenanlagen und den Schornsteinen eines Kraftwerks; diese Küste trägt wenig Schmuck, sie arbeitet.

Auf dem Rückweg lag noch einmal die Senke des Faiyum vor mir, der See in der Ferne und eine weite, leere Ebene aus Kies und Sand. Am letzten Tag war ich wieder in Kairo.

Blaue Stühle unter Strohdächern am Roten Meer, dahinter der Windpark.
Blaue Stühle unter Strohdächern am Roten Meer, im Hintergrund der Windpark.
Eine weite, leere Kies- und Sandebene bis zum flachen Horizont.
Leere Kies- und Sandebene im Faiyum.

Werke dieser Reise